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SUMMARY:TIEFBASSKOMMANDO Tour 2024
DESCRIPTION:Einlass: 18:30\nBeginn: 20:00\nWenn die »TBK Randgruppe« in die Szenerie stürmt, hagelt es Ansagen, »geschmacklos\nwie Burger ohne Fleisch«. Dann ballern 808’s wie Ziegelsteile und Ziegelsteine wie 808’s,\ndann walzen grobe Bässe durch’s gefällige Deutschrap-Idyll. Das TIEFBASSKOMMANDO\n— bestehend aus den RapperInnen Eisberg, Double G, Shoki, Don Juan und MC\nKneipenkrieger, dem Producer Retado und dem Videografen Downtown Destruction (DDP)\n— hat die Autodidaktik zur Tugend, das Kollektiv zum Front-MC und die Destruktivität in\nEntertainment umgewandelt. Mit schier anmaßender Mühelosigkeit, rougher\nUntergrund-Attitüde und einer beispiellosen Portion Berliner Ignoranz blickt die »TBK\nFamilie« verkappt-ironisch in die Abgründe menschlicher Gedankenwelten. Drogenwahn,\nübersteigerte Obszönität und maximal stumpfsinnige Punchlines karambolieren mit\naufgeweckter Gesellschaftskritik, subkulturellen Referenzen, Perspektivwechseln und\nausgelebter Sexpositivität — Rap der Westberliner Schule clasht mit rauen Break-Beats und\nHyperpop-Anleihen. Kurz: TBK-Musik ist Horrorfilm Kino, Eskalation im Techno-Keller, Action\nim U-Bahn-Schacht und schummrige Kneipennacht gleichzeitig; ist Randale, ist Tauziehen,\nist Meme, ist große Kunst. »Warum? Deshalb!« Der Kosmos TBK ist ein undurchschaubares\nDickicht — vielköpfig, mysteriös, ein bisschen verrucht. Außerhalb der kryptischen Texte hat\ndas Siebengespann bislang wenig von sich preisgegeben, auf Bühnen und in den\nniedrig-pixeligen Videos tritt es ausschließlich maskiert auf. Interviews? Fehlanzeige.\nBerichterstattung? Rar gesät. So kommt es auch, dass der Sprung vom Berliner\nUnderground-Phänomen zur bundesweit relevanten Rap-Crew medial ähnlich dünn\ndokumentiert ist, wie die Gründungsgeschichte der Posse. Auch innerhalb des Kollektivs\nwird letztere in vielen Varianten erzählt. Kein Wunder, haben sich die meisten Mitglieder\ndoch — mit Edding in der einen und dem x-ten Bierhumpen in der anderen Hand — auf\nirgendwelchen Partytoiletten kennengelernt. Fakt ist: die meisten TBK-Member sind\nUrberliner, kennen sich teilweise seit fünfzehn Jahren, haben in kleineren Runden zum Teil\nschon vor Gründung der Crew zusammen Musik gemacht und sogar zusammen gewohnt.\nFakt ist auch, dass ein Teil der Bande 2019 in Leipzig zusammengetroffen ist und dort im\nBeisein von Produzent Uncle F in irgendeinem Kabuff erste Parts aufgenommen hat. Aus\ndieser Zeit stammt »Deine Mutter ist ne Nette«, der erste unverhoffte Untergrundhit von\nDouble G, Eisberg und Don Juan. Schon dieser Song zeichnet sich durch Attribute aus, die\nbis heute fest zur TBK-DNA gehören: derbe Lines, unbedarfte Flows, Headset-Qualität,\nAnachronismus und BassGeballer im Hintergrund. Produzent Retado und Videograf DDP\nwerden spätestens im Zuge von »TBK Familie« Teil des Konglomerats und beteiligen sich\nfortan maßgeblich an der musikalischen und ästhetischen Ausrichtung des Projekts. Retado,\nder im Jugendalter in einer Punkband gespielt hat und auf Soundcloud in Rap-fernen\nGefilden fischt, weitet das musikalische Spannungsfeld, auf dem sich die Crew bewegt, ins\nUnermessliche: ab jetzt vermengt sich Westberlin-Rap-Sozialisierung und Detroit Electro mit\nHyperpop, Kneipenschlager und Happy Hardcore. Das inzwischen im mittleren\nsechsstelligen Bereich geklickte Video zu »TBK Familie« dreht, wie alle nachfolgenden,\nDDP. Zwischen Nintendo-NES-Optik und in entlegenen Berliner Bunkerwelten entstandenen\nCamcorderAufnahmen kreiert er eine visuelle Welt, die das Tiefbasskommando auch optisch\nvom Rest der Szene abgrenzt. Das Bildwerk ist Teil des TBK-Gefühls, spielt, wie die Lieder\nselbst, mit der Ästhetik der Gewalt, zugespitzter Roughness, Memphis-Nostalgie, Hektik und\nAnti-Style. Als der Rest der Welt im Corona-Lockdown versauert, wird der TBK-Mob\nkurzerhand zu Hausbesetzern. Ein Neuköllner Mehrfamilienhaus, das wegen eines\nWasserschadens übergangsweise leer steht, wird im März 2020 zum TBK-Quartier — in\neinem Raum bildet sich ein primitives Matratzenlager, im anderen entsteht ein maximal\nspärliches Studio. Um ein freistehendes Billigmikrofon tummeln sich Tag und Nacht diverse\nmittelmäßig bis stark berauschte Personen und übertrumpfen sich gegenseitig mit absurden\nPunchlines. Alles ist erlaubt, klassische Song-Strukturen zweitrangig. In diesem Modus\nentsteht innerhalb von zwei Wochen das erste TBK-Mixtape »Vol. 1«, auf dem sich neben\nder damals fünfköpfigen TBK-Stammbesetzung etliche Phantomrapper die Ehre geben. Die\nCrew wächst in dieser Zeit endgültig zusammen, im August 2020 erscheint das Tape — da\nist die Hausbesetzung dank der Zählerstände längst aufgeflogen. Während »Vol. 1«, auch\ndurch den Support der befreundeten 102 Boys, die Runde macht, stößt Rapperin Shoki zur\nGang. Sie beteiligt sich mit ihrem empowernden Debüt-Track »Eine wie mich« am zweiten,\nnoch im Dezember desselben Jahres erscheinenden Crew-Projekt »Ekeltape«, das in\nRetados Zimmer entsteht, viel Zuspruch erfährt und in physischer Form binnen Tagen\nvergriffen ist. 2021 ist das Tiefbasskommando dann endlich komplett: MC Kneipenkrieger,\nder zuvor schon im Nordachse- und Hot Money Records-Kontext sichtbar wurde, stößt als\nletzter Protagonist dazu. Das dritte Tape, das XXL-Projekt »Breakdance auf Scherben«,\nentsteht gewohnt autodidaktisch, aber dennoch gewissenhafter als die beiden Vorgänger —\nes enthält unter anderem den bisher womöglich eindrucksvollsten Thementrack »U8«, der\naus Perspektive Heroin-Abhängiger geschrieben ist. Während der zwischenzeitlichen\nRelease-Pause schießen auf den TBK-Kanälen die Aufrufzahlen längst veröffentlichter Song\nin neue Höhen. »Breakdance auf Scherben« erscheint im Mai 2022 und gilt, auch durch die\nklare stilistische Trennung in eine A- und eine B-Seite, als bisher experimentellste Release.\nIm direkten Anschluss an die Veröffentlichung geht die Bande erstmals auf Tour. Alle Läden\nsind ausverkauft, in mehreren Städten wird hochverlegt, in Stuttgart zerstört die Crowd\nprompt zu Beginn der Show die Absperrzäune vor der Stage. Als geradezu legendär bleiben\nauch die Konzerte im ausverkauften Astra Kulturhaus, dem Leipziger Felsenkeller und dem\nÜbel & Gefährlich in Hamburg im Gedächtnis. Ein Jahr später nun greift das\nTiefbasskommando erneut an: die vierte LP liegt fertig in der Schublade, im Dezember 2023\nwerden auf »Taxi Safari«-Tour in insgesamt neun Großstädten in Deutschland, Polen und\nÖsterreich Konzerte stattfinden.\n
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